Lidl lässt Schweine leiden

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Lidl lockt die Kunden mit extrem billigen Fleischprodukten in seine Filialen, ohne transparent zu machen, welche massiven Auswirkungen die billigen Preise für Tiere und Umwelt haben. Davor warnten wir heute bei Lidl in Plattling und labelten Fleisch der Lidl Eigenmarke „Landjunker“ mit den Hinweisen „Mit Tierleid“ oder „Mit Antibiotika“. Die Protestaktion war Teil einer bundesweiten Aktion in rund 60 Städten.

Greenpeace hat bei allen großen deutschen Discountern und Supermarktketten nachgefragt, aus welcher Tierhaltung ihr Fleisch stammt. Das Ergebnis ist eindeutig: Für Billigfleisch leiden Tiere millionenfach in deutschen Ställen. Zudem verschmutzt zu viel Gülle unser Trinkwasser, und der hohe Einsatz von Antibiotika sorgt für immer mehr multiresistenter Keime in der Umwelt. Doch Lidl, Aldi und Co. tun zu wenig, um sich von den ohnehin viel zu geringen gesetzlichen Mindeststandards abzuheben.
Darüber hinaus zeigt ein von Greenpeace in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten, dass die konventionelle Schweinemast gegen das Tierschutzgesetz und somit gegen die deutsche Verfassung verstößt. Zudem können Verbraucher bei konventionellem Fleisch nicht erkennen, wie das Tier gehalten wurde. Denn zahlreiche Labels und Siegel geben kaum Aufschluss über die Wahrheit hinter dem billigen Fleisch. Auch die Initiative „Tierwohl“ hält nicht das, was es verspricht, denn die Haltung der Tiere ist nach wie vor mangelhaft. Zudem landet Gentechnik im Futtertrog, und den Landwirten werden keine fairen Preise gezahlt. Dies bemängelt auch das Bundeskartellamt und fordert vom Handel mehr Transparenz. Der Kunde müsse erkennen können, "welches Stück Fleisch nach welchen Tierwohlkriterien hergestellt wurde oder ob dies nicht der Fall war". Doch Lidl wirbt auf Fleischprodukten massiv mit dem „Tierwohl“-Label, unabhängig davon, ob das Fleisch aus schlechter oder besserer Haltung stammt. Letztendlich redet sich der gesamte Einzelhandel mit seiner „Initiative Tierwohl“ aus der Verantwortung heraus und führt den Verbraucher in die Irre.

Greenpeace fordert: Die Bundesregierung muss diese Lücke schließen und eine verbindliche transparente Fleischkennzeichnung mit klaren staatlichen Labeln einführen. Um mehr Durchblick im privaten Labeldschungel zu erhalten, informiert Greenpeace jetzt verstärkt online über Standards und Defizite bei der Fleischkennzeichnung. Verbraucher können sich hier über die wichtigsten Kriterien von zehn Fleischsiegeln auf dem deutschen Markt schlau machen und vergleichen, welche Haltungsbedingungen, schmerzhafte Eingriffe und Transportbedingungen von den Anbietern der Siegel erlaubt werden und was das für die Tiere bedeutet.

Fazit: Der Preis des Fleisches entscheidet über Tierwohl und auch über Tierrechte. Ferner gibt es viele Gründe, weniger Fleisch zu essen oder ganz darauf zu verzichten. Es ist das Recht der Tiere, von den Menschen zu verlangen, wenigstens darüber nachzudenken.