Fleisch killt Wald und Klima

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Wie der wachsende globale Fleisch- und Milchkonsum zur Klimakrise und Waldzerstörung beiträgt, darüber informierte Greenpeace bundesweit in mehr als 40 Städten. Wir waren dabei. Denn: Weltweit werden etwa 80 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche für Tierhaltung inklusive des Anbaus von Futtermitteln genutzt. Mehr als 40 Prozent der gesamten Welternte von Getreide oder Mais und unglaubliche 90 Prozent von Soja wandern in die Futtertröge der Tiere. Rund 6 Millionen Tonnen Soja hat Deutschland 2018 importiert. Für diese Sojaplantagen fallen nicht nur wertvolle Regenwälder zum Opfer. Indigene werden vertrieben, Arten sterben aus. Brandrodung, illegale Abholzung und unkontrollierte Brände sind vor allem in Brasilien kein neues Problem, doch mit Amtsantritt von Präsident Jair Bolsonaro hat es sich massiv verschärft.

Auch in Zentralafrika und Südostasien verschwindet der Wald rasant. Insbesondere in Indonesien, Heimat der Orang Utas, werden riesige Flächen Urwälder abgeholzt und abgefackelt. Für den gigantischen Anbau von Ölpalmen. Palmöl landet in Kosmetik, in „Biosprit“ und – in unseren Nahrungsmitteln.

„Wir brauchen den Regenwald beim Kampf gegen die Klimakrise“, sagt Greenpeace. Weil er Millionen Tonnen Kohlenstoff speichert. Verlieren wir ihn, schadet es zweifach. Denn bei  seiner Zerstörung werden gewaltige Mengen an CO² freigesetzt. Somit hat die häufig qualvolle Haltung von Schweinen, Rindern und Geflügel neben dem moralischen Aspekt auch Folgen für die Umwelt. Und in diesem Fall ist es nicht nur die Nitratbelastung unserer Böden durch Gülle. Die Treibhausgasemissionen, verbunden mit der Tierhaltung, entsprechen denen des Transportsektors. Dennoch spielt das Thema bei den Klimaplänen unserer Bundesregierung keine Rolle. Für Greenpeace gibt es deshalb nur den Weg nach vorne. Das bedeutet eine ökologische Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung und gesunde Lebensmittel für alle. Das bedeutet aber auch, dass jeder von uns mit deutlich weniger Fleisch- und Milchkonsum einen guten Beitrag leisten kann. „Dazu müssen Bund, Länder und Städte mit gutem Beispiel vorangehen, die öffentliche Verpflegung auf bio und regional umstellen sowie auf Billigfleisch verzichten“, so Greenpeace. München hat bereits entsprechende Beschlüsse gefasst, auch für Deggendorf wäre es wünschenswert. Hat die Stadt in ihrer Rathauskantine als ersten Schritt schon mal Fairtrade-Kaffee eingeführt.

Mit einem Lieferkettengesetz weltweit Verantwortung tragen

Gleichzeitig fordert Greenpeace zusammen mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis aus Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen ein Lieferkettengesetz. Dann müssten Unternehmen, die Schäden an Mensch und Umwelt in ihren Lieferketten verursachen oder in Kauf nehmen, dafür haften. Von der Rohstoffgewinnung bis zum Endkunden. Betreffen würde das auch Produkte aus Waldzerstörung wie Soja oder Palmöl. Darüber hinaus könnten Geschädigte vor deutschen Gerichten ihre Rechte einklagen. Denn leider ist es nun mal so, dass deutsche Konzerne in ihren weltweiten Geschäften immer wieder grundlegende Menschenrechte verletzen und die Umwelt schädigen. Konsequenzen müssen nicht befürchtet werden. Auch werden verantwortungsvolle Unternehmen gegenüber der verantwortungslosen Konkurrenz benachteiligt, die freiwillig ihre Geschäftspraktiken nicht ändern. Ein Lieferkettengesetz würde dem entgegenwirken.

Andere Länder wie Frankreich oder die Niederlande haben bereits Lieferkettengesetze erlassen. Die Entscheidung, ob auch für Deutschland dieser gesetzliche Rahmen unerlässlich ist, steht laut Koalitionsvertrag für das Jahr 2020 auf der politischen Tagesordnung. Um Druck auf unsere Regierung auszuüben, wurde von dem Bündnis eine Petition gestartet. Wir sprachen mit Passanten über die Notwendigkeit dieses Lieferkettengesetzes, viele haben die Petition unterschrieben.