Bienenkiller in Baumärkten

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Weltweit sterben die Bienen. In Deutschland sind es pro Jahr 30 Prozent der Bienenvölker. Schuld daran sind neben Faktoren wie Klimawandel, Parasiten und Krankheiten auch Pestizide. Dabei wäre der starke Einsatz von Pestiziden, vor allem in der industriellen Landwirtschaft, am leichtesten zu beheben.
Allein in deutschen privaten Gärten landen pro Jahr rund 500 Tonnen Pestizidwirkstoffe - die in Baumärkten und Gartencentern verkauft werden - auf Blumen, Gemüse und Sträuchern. Viele dieser Pestizide aus der Gruppe Neonicotinoide zur Bekämpfung von Insekten und Beikräutern sind eindeutig als gefährlich für Bienen eingestuft, wie zum Beispiel die Mittel Lizetan von Bayer oder Axoris von Compo. Roundup von Monsanto, das vorwiegend im Gen-Anbau verwendet wird, tötet nahezu jedes pflanzliche Leben ab.
Doch Pestizide stören den Orientierungssinn und das Gedächtnis der Bienen, sie finden keine Nahrung und nicht zurück in den Bienenstock. Dies kann zum Kollaps ganzer Bienenvölker führen. Dabei sind Bienen viel mehr als „nur“ Honigproduzenten, etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel hängt von ihrer Bestäubung ab.

Vor diesem Hintergrund ist ein sofortiger Verkaufsstopp dieser Insektenvernichtungsmittel dringend erforderlich. Während Bauhaus bereits reagierte und ab September einige der Pestizide nicht mehr verkaufen will, ignorieren Obi, Praktiker, Hornbach und toom die Gefahr. Deshalb protestierte heute Greenpeace in 50 deutschen Städten vor diesen Baumarkt-Filialen.
Wir schlossen uns dem Protest an und bauten bei Obi in Dingolfing einen „Tatort um tote Bienen“ auf. Dabei sprühten wir Bilder lebloser Bienen auf den Asphalt des Eingangsbereiches. „Pestizide töten Bienen“ war daneben zu lesen. Zusätzlich verteilten wir Flyer an Kundinnen und Kunden.

Greenpeace fordert: Ein sofortiges, europaweites Verbot für Bienen gefährliche Agrargifte ohne Ausnahmeregelung und mehr staatliche Mittel zur Erforschung und Förderung der ökologischen Landwirtschaft.

Weiterführende Links

www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft