Beluga II on Tour

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Es ist ein sonniger Frühlingstag. An der Schiffsanlegestelle der Donau liegt die Beluga II vor Anker und öffnet ihre Tore für Besucherinnen und Besucher. Ein Highlight für Deggendorf, und ein Highlight für unsere Gruppe.

Bei den Führungen über das Schiff kann man einiges über den Alltag auf der Beluga und die Beluga selbst erfahren. Von Greenpeace neu und nach hohen Umweltkriterien gebaut, ist sie seit 2004 im Einsatz. Sie dient als Labor, kann dank ihrer Bauweise auch in Flachwasser fahren, die Schiffsmasten umklappen und unter Motor 1000 Seemeilen zurücklegen ohne zu tanken. Außerdem fährt sie nicht mit Schweröl, sondern mit schwefelarmen Diesel, und ein Filtersystem reinigt die Abgase. So steht Greenpeace mit der Beluga II – neben dem Flagschiff Rainbow Warrior III, dem Eisbrecher Arctic Sunrise und der Esperanza – ein kombiniertes Fluss- und Küstenschiff zur Verfügung, das europaweit eingesetzt werden kann.

Das bedrohte Paradies

Kernpunkt der Führung ist die Arktis. Erst möglich geworden durch die Eisschmelze, hat nach dem russischen Unternehmen Gazprom nun auch Shell begonnen, Öl aus arktischen Gewässern zu fördern. Trotz des immensen Risikos einer Ölkatastrophe und trotz des bereits bewiesenen Unvermögens im Umgang mit den extremen Bedingungen vor Ort. Dabei könnte die geförderte Menge den Ölbedarf der gesamten Welt höchstens mal drei Jahre stillen.
Zusätzlich dringen Fischtrawler mit zerstörerischen Grundschleppnetzen in die Arktis vor und bedrohen die Meereswelt. Der Eisbär sitzt seit langem schon auf dünnem Eis.
In der Ausstellung Schützt die Arktis können die Besucherinnen und Besucher Wissenswerts über die Schönheit und die Bedrohung des einzigartigen Ökosystems erfahren und seine Bewohner kennen lernen. Ein Film bringt das bedrohte Paradies deutlich vor Augen, und wir alle können uns eine Vorstellung davon machen, was auf dem Spiel steht.

Wir freuten uns mit der Crew der Beluga über die vielen Besucherinnen und Besucher und das rege Interesse. Auch das Comenius Gymnasium nahm unsere Einladung gerne an, OStRin Eva Ohrner-Bauersachs und StD Birger Pistohl kommen mit ihrer 7. und 9. Klasse, und die Kids sind mit Eifer und Neugierde dabei. Mit guter Laune lassen sich später auch Schülerinnen und Schüler nieder, die ihr Abi feiern.
Die Krönung des Tages ist zweifelsohne der Besuch des russischen Greenpeace-Aktivisten Roman Dolgov. Er demonstrierte 2012 friedlich mit 29 weiteren Aktivisten gegen die Ölbohrungen von Gazprom in der Arktis. Die ganze Crew der Arctic Sunrise wurde festgenommen und kam mehr als zwei Monate in russische Untersuchungshaft. Den Aktivisten drohten lange Haftstrafen, die Geschichte der „Arctic 30“ ging um die ganze Welt.

Greenpeace protestiert gegen die industrielle Ausbeutung der Arktis – beharrlich, unnachgiebig und gewaltfrei!