Be(e) my friend

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Wenn man Kinder fragt, was ihnen zu Bienen einfällt, ist die Antwort oft: Biene Maja, leckerer Honig und dass es sehr weh tut, wenn sie sticht. Viele wissen auch, dass Bienen die Blüten bestäuben müssen, damit Kirschen oder Äpfel wachsen. Aber wissen sie auch, dass 4000 Gemüsesorten in Europa von ihrer Bestäubung abhängen? Dass der Wert der erbrachten Bestäubungsleistung weltweit auf unglaubliche 265 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt wird? Dass die Biene 40.000 Mal ausfliegen und 12 Millionen Blüten besuchen muss, um 500 Gramm Honig zu produzieren? Dass Bienen für den Erhalt unserer biologischen Vielfalt und damit für ein funktionierendes Ökosystem extrem wichtig sind?

Doch in den letzten Jahren nehmen weltweit die Populationen an Honig- und Wildbienen dramatisch ab. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Dennoch steht es außer Frage, dass die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem hohen Einsatz an Herbiziden gegen Unkräuter, Insektiziden gegen Schadinsekten sowie Fungiziden gegen Pilzbefall maßgeblich am Rückgang und Sterben unserer unverzichtbaren Helfer mit verantwortlich ist. Leider werden diese Pestizide nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Kleingartenbereich eingesetzt.
Im April 2013 identifizierte Greenpeace in dem Report „Bye Bye Biene?“ sieben für Bienen gefährliche Pestizide, die sofort verboten werden sollen. Die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat nun vier dieser Gifte als „hohes akutes Risiko für Honigbienen“ eingestuft. Danach tritt im Dezember das Verbot der Wirkstoffe Clothianidin und Imidacloprid von Bayer, Thiamethoxam von Syngenta sowie Fipronil von BASF in Kraft. Leider nur ein Teilerfolg, da die Sperre lediglich für zwei Jahre gilt und die Verordnung eine Reihe von nicht ganz unwichtigen Ausnahmen enthält. Der bayerische Bauernverband hält die Bedenken zum Bienensterben ohnehin für unbegründet und macht die Notwendigkeit dieser verbotenen Wirkstoffe deutlich.

Das Thema geht uns alle an.

Deshalb sind wir unermüdlich für unsere fleißigen Helfer unterwegs. Demonstrieren bei Obi in Dingolfing. Bauen Infostände in Kinos zum Film „More than honey“ auf. Verteilen am Deggendorfer Stadtplatz und vor Vitalia unseren Greenpeace-Report und verschenken Samen der Phacelia, auch „Bienenfreund“ genannt. Bereitwillig werden von Passanten auch Protestkarten an Ministerin Ilse Aigner sowie an Baumärkte unterschrieben. Zu unserer Freude ist das Interesse zu diesem Thema durchwegs groß, geht es letztendlich uns alle an. Und – wir sind immer wieder überrascht, wie gut informiert so manche Leute sind.

Letztendlich ist doch alles, was im Garten wächst und krabbelt, ein Teil unserer biologischen Vielfalt. Und wenn schon Giftspritze, dann bitte eine natürliche Alternative. Läuse etwa können mit Brennnesseljauche behandelt werden, Schnecken und Ameisen vertreibt man mit Lavendel. Und ob ein Unkraut wirklich ein Unkraut oder doch ein Wild- oder Heilkraut ist, ist reine Ansichtssache.