Afrika und Greenpeace

Media

Greenpeace beim Afrikafest? Geht das? Klar geht das. Nach 2013 und 2015 informierten wir dieses Jahr zum dritten Mal über die Arbeit von Greenpeace Afrika und kamen mit vielen Menschen ins Gespräch.

Das erste Büro eröffnete Greenpeace 2008 in Johannesburg/Südafrika, weitere Standorte folgten in der Demokratischen Republik Kongo und im Senegal. Vor allem setzt sich Greenpeace dort ein, wo die Lage am fatalsten ist, wo Probleme entstehen.

In der DR Kongo steht der Schutz der Urwälder im Vordergrund. Nachdem in Westafrika die Wälder beinahe vernichtet wurden, geht dort die Abholzung weiter, auch illegal. Es gibt keine nachhaltige Waldwirtschaft, im Fortsektor herrschen Chaos und Korruption, der Krieg hat seine Spuren hinterlassen. Die Leidtragenden sind indigene Völker, Berggorillas,  Schimpansen, Waldelefanten, Leoparden. Und für den Klimaschutz ist der Raubbau ein Desaster. Durch diesen ganzen Irrsinn nehmen auch unkontrollierte Jagd und Wilderei zu, für Buschfleisch werden jährlich vier Millionen Tiere umgebracht.

Der Meeresschutz und eine nachhaltige, sozial gerechte Fischerei sind für Greenpeace vor allem in den westafrikanischen Küstenländern ein zentrales Thema, unter anderem im Senegal. Denn die Fischereiabkommen sind weder ökologisch nachhaltig, noch fair, und die großen Trawler plündern die Fischgründe mit zerstörerischen Methoden.

Afrika ist zudem der Kontinent mit wertvollen Bodenschätzen. Es ist Kobalt für Akkus und vor allem Coltan, der Stoff für Laptops, Flachbildschirme und Mobiltelefone. Doch der Abbau von Rohstoffen führt zu sozialen Missständen, zu Gesundheits- und Umweltschäden, zudem fließt das Geld des oft illegalen Verkaufs direkt in neue Waffen der Rebellen. Immense Auswirkungen auf die Umwelt hat auch die Gewinnung von Uran, hauptsächlich im Niger. Hauptabnehmer sind die Industriestaaten für ihre AKWs, allen voran Frankreich. Leider ist das nicht alles. Die Atomlobby treibt den Bau von AKWs selbst im Land der ewigen Sonne aktiv voran, und die Stromversorgung Südafrikas basiert größtenteils auf Kohle.

Große Probleme gibt es in Nigeria, Afrikas größtem Erdölproduzenten. Das Fördergebiet ist eine von Öl verschmierte Kloake, Äcker und Fischbestände sind zerstört. Das große Geld fließt auch hier in die Taschen Weniger, und der Krieg verschärft die Situation.

Die Menschen in Afrika haben am allerwenigsten zum Klimawandel beigetragen.

Nicht zuletzt ist der Klimawandel die zusätzliche, unterschätzte Katastrophe. Es trifft die Ärmsten der Armen, ihre Häuser versinken in den Fluten, ihre Äcker verdorren, ihre Brunnen versiegen. Tiere verdursten, verhungern. Doch während der Klimakollaps näher rückt, schleicht die Politik im Schneckentempo voran und die G20 subventionieren fossile Energien mit fast vier Billionen Euro jährlich. Aber nicht nur Klimawandel und Umweltzerstörung vertreibt die Menschen aus ihrer Heimat. Es sind Bürgerkriege und Terror, es sind Mord, Gewalt und Chaos vor allem in den Subsahara-Staaten. Es ist der Hunger. Für 20 Millionen Menschen im Südsudan, in Somalia und Nigeria hat die Uno eine Hungersnot ausgerufen. Es ist die größte humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg. Besonders leiden die Kinder.

Trotz aller schlechten Nachrichten. Andere Länder Afrikas können erstaunliche Erfolge vorweisen. Es gibt Umweltprojekte für ökologische Nachhaltigkeit, die Förderung von Kleinbauern, natürlich Solarparks und vieles mehr. Botswana nennt sich sogar Wirtschaftswunderland, da von seinen Bodenschätzen auch die Bevölkerung profitiert und Ruanda, das Land ohne Plastiktüten und das ökologische Vorbild Afrikas, ist beim Umweltschutz auf dem Vormarsch. Doch nicht nur das. Afrika bedeutet auch Lebensfreude, Musik, Tanz und Handwerkskunst. Das bewies das Afrikafest.